Archiv für Oktober 2017

Radikaler Veganismus

Eine libertäre Sicht auf die Gründe des Veganismus. Warum radikaler Veganismus?
Mainstream Vegan-Materialien werden oft nicht auf klassenbasierten Perspektiven geschrieben, sie bauen deren Argumente auf Wohlfahrt anstatt auf Solidarität auf, und bieten individualistische und konsumkritische anstelle von kollektiven Lösungen an. Diese Broschüren bieten häufig die individuelle Entscheidung als Ursache für die industrielle Ausbeutung der Tiere, anstatt die dahinter liegenden wirtschaftlichen und hierarchischen Strukturen zu verstehen und die Leute zu bemächtigen sich gegen diese zu organisieren. Es ist deswegen notwendig, die Ursachen von Ausbeutung aufzuzeigen und eine umfassende Strategie zu entwerfen, anhand welcher die Ursachen nachhaltig bekämpft werden können.

Veganismus von rechts
Dazu kommt, dass der Mainstream-Veganismus oft von Rechten unterwandert wurde und wird und mittlerweile auch für viele rechte Gruppen ein Aktions- und Agitationsfeld darstellt. Das liegt an mehreren Umständen:
Die meisten veganen Gruppen sehen sich und das Themenfeld als unpolitisch. (Warum das gefährlich und falsch ist, soll dieser Text aufzeigen.) Das führt dazu, dass rechte Ideologie nicht erkannt oder verharmlost wird und alles dem Ziel „Veganismus“ untergeordnet wird. Es findet in vielen Fällen keine Abgrenzung nach rechts statt, da ein abstraktes „Hauptsache viele“ als wichtiger angesehen wird, als eine klare Positionierung. Oft führte dieses Vorgehen zu Zusammenarbeit mit rechten oder rechtsoffenen Strukturen und machte es meist verdeckt rassistischen oder antisemitischen Gruppen erst möglich unter dem Deckmantel des Veganismus eine breite Öffentlichkeit zu erlangen.

Ein weiteres Problem ist Ausrichtung als Ein-Punkt-Bewegung, da so der Veganismus ohne Widersprüche auch von Nazis propagiert und übernommen werden kann. Das passiert momentan zum Beispiel durch den „3. Weg“ oder die „Identitäre Bewegung“. Sich für Tierrechte einzusetzen steht einer ideologischen Kontinuität zu Nazideutschland oder gar zu den Germanen (so argumentieren zumindest die Rechten) nicht im Weg. Hitler und einige weitere Führungskader lebten vegetarisch und die Germanen hatten wohl ein Tier als Gottheit. Unter den Nazis wurden einige Tierschutzbestimmungen erlassen, welche vor allem ein propagandistisches Mittel waren und Antisemitismus verbreiten sollten. So wurde das Schächten und Vivisektion als „jüdische Medizin“ dargestellt. Ihr Verbot schränkte gleichzeitig die religiösen Rechte von JüdInnen ein. Tierversuche zum Testen von Waffen waren jedoch uneingeschränkt möglich. Der Veganismus lässt sich also antisemitisch umdeuten, durch das Hinzufügen weiterer Bestandteile. Rechte Gruppierungen können sich auch beim vermeintlich hippen Veganismus bedienen und sich für diesen einsetzen, um neue Mitglieder zu bekommen. Das Thema stellt dann einen Türöffner dar, welcher Leute auf einer vermeintlich unverfänglichen Ebene anspricht und den Strukturen das Erreichen von neuen Leuten erleichtert.

Oft wird das dann mit der Parole „Umweltschutz ist Heimatschutz“ verbunden. Hinter dieser verbirgt sich eine Überhöhung von Heimat und eine Blut-und- Boden-Ideologie, also der angeblichen Einheit des rassistisch definierten Volkskörpers mit seinem Siedlungsgebiet. Ein unpolitischer Veganismus ist also problematisch, da er mit rechten Ideen verbunden werden kann und für diese werben kann.

Deswegen muss ein Veganismus mindestens auch antifaschistisch sein, um sich mit seiner Vergangenheit und Gegenwart kritisch auseinanderzusetzen und eine rechte Übernahme des Themas zu verhindern. Eine klare Abgrenzung nach rechts ist mehr als notwendig! Warum das aber nicht ausreicht, zeigen die nächsten Kapitel.

Kapitalismus und Tiere
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Wo das Gespräch aufhört – Reflexionen über den Umgang mit Rechten in öffentlichen Räumen

Spätestens seit der Frankfurter Buchmesse und den Ereignissen rund um die Veranstaltungen eines neurechten Verlags wird wieder darüber gesprochen, ob eine Debatte mit Rechten erwünscht oder gar machbar ist. Der folgende Text nimmt sich dieser Frage an und diskutiert, wie und in welchen Fällen ein Gespräch mit Rechten möglich ist. Ein Gastbeitrag von Alice Blum, Maximilian Pichl und Tom David Uhlig.

Die Vorfälle auf der Frankfurter Buchmesse haben erneut die wichtige Frage aufgeworfen, wie man strategisch mit der rechten Szene, und insbesondere mit den Akteur_innen der sog. Neuen Rechten umgehen sollte. Dort hatten Aktivist_innen gegen Veranstaltungen eines Verlags aus dem Spektrum der Neuen Rechten lautstark protestiert, sodass am Ende eine Veranstaltung abgebrochen werden musste. Die Strategie, rechte Akteure auszugrenzen, offensiv gegen sie zu demonstrieren, wird derzeit im öffentlichen Diskurs stark kritisiert. Es handele sich dabei um eine Verletzung der Meinungsfreiheit, man müsse die Rechten im Rahmen von Diskussionen stellen, sie argumentativ konfrontieren und zu Vereindeutigungen über ihre Ideologie und Positionen zwingen.

Wir halten demgegenüber an der Strategie fest, Akteur_innen der Rechten und der Neuen Rechten nicht ohne lautstarken Widerspruch öffentliche Räume zu überlassen, nicht mit ihnen öffentlich zu diskutieren und ihnen keine Gelegenheit zu geben, sich vor einem Publikum zu erklären. Wir möchten in diesem Beitrag einige strategische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit der Neuen Rechten reflektieren.

Kampf um den vorpolitischen Raum
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500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation. Das kann man auch mal mit einer Flyer-Verteilaktion feiern. Sticker gibt es natürlich auch, vielleicht erlauben es euch ja ein paar Kirchen, dass ihr die auf deren Grundstücken verklebt ;)

Am 31. Oktober ist Reformationstag.

Wir legen daher momentan in jede Bestellung Flyer von gegendiehelden.blogsport.eu und wollen nochmal auf unseren Aufkleber Mix gegen den Antisemiten, Tyrannenfreund und Frauenfeind Luther verweisen.

Aufkleber-Mix: https://black-mosquito.org[…]

25. November 2017|18 Uhr|Falkenkeller
PunkRock für links und offenes linkes Treffen

PunkRock für links und offenes linkes Treffen

Das Kollektiv.26 und die Falken Ulm laden zum „PunkRock für links“ am 25.11. um 18 Uhr in den Falkenkeller, Ziegelländeweg 3 (Oberer Donauturm) Ulm ein. Spielen werden die Bands „RotZ“ und „Knarre“ aus Wilhelmsdorf, „Lethal Underdøse“ aus Tübingen und „Dekonstrukt“ aus Ulm.

RotZ: SpeedPunk https://rotz.bandcamp.com
Lethal Underdøse Antistraightedge- hardcorepunk facebook.com/lethalu[…]
Knarre PowerPunk facebook.com/Knarre[…]
Dekonstrukt Crustpunk facebook.com/Dekonstrukt[…]

Warum und wofür
PunkRock für links soll ein Konzert werden, bei dem gute Musik läuft, abgefeiert werden kann und genügend Bier, Antialk und Essen/KüFa (gegen Spende) vorhanden ist. Genauso wichtig ist uns bei dieser Veranstaltung jedoch auch der politische Standpunkt: Wie es bestimmt schon vielen Leuten aufgefallen ist, ist der Name der Veranstaltung eine Anspielung auf ähnliche Events, wie zum Beispiel Bands gegen rechts und Rock gegen rechts. Wir wollen jedoch zeigen, dass es wichtig ist, eigene Aktionen zu organisieren, zu finanzieren und in der Gruppe erarbeitete Inhalte nach außen zu tragen. Wir sehen es als unerlässlich an, uns selber weiterzubilden um dann für unsere Interessen aktiv zu werden, weshalb die Einnahmen des Abends auch an das Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm gehen werden.

Es ist wichtig sich konservativen und rechten Ideologien und Akteuren entgegenzustellen und deren Einfluss zu begrenzen. Wir sind jedoch der Meinung, dass dies nur sinnvoll möglich ist, wenn die eigenen Positionen klar nach außen getragen werden. Bei den genannten Veranstaltungen findet oft keine klare Abgrenzung von Nationalismus statt und kann auch gar nicht stattfinden, da Teile der Veranstalter oder der Bündnisse, die dahinter stehen, selber nationalistische Tendenzen haben.
Wie jedoch kann rechte Ideologie erklärt und effektiv angegriffen werden, wenn nicht der Nationalismus und der Kapitalismus angegriffen wird?

Der rechte Rand ist jedoch nicht das einzige Problem. Mindestens genauso problematisch ist die Verwurzelung von rückwärtsgerichteten Ideen in der selbsternannten „Mitte der Gesellschaft“. Dort sind rechte Ideen nicht nur verbreitet, sondern werden von dieser „Mitte“ in Gesetze gegossen. Das kann die Erweiterung der „sicheren Herkunftsländer“ durch die Grünen, das mehrfache Verschärfen der Asylbestimmungen durch SPD und CDU oder das Abschieben von Geflüchteten durch die Bundesregierung unter Mithilfe der Länder (Thüringen mit der Linkspartei bildet keine Ausnahme) sein.

Deshalb leistet eine aktive linke Szene und linksradikale Strukturen in vielen Städten einen wichtigen Beitrag zur Verdrängung von konservativ und rechts eingestellten Menschen, weswegen unsere Einnahmen antifaschistischen beziehungsweise libertären Strukturen zugutekommen.

Offenes linkes Treffen
Zusätzlich findet im Vorfeld der Veranstaltung ein offenes linkes Treffen statt, bei dem sich verschiedene Gruppen aus Ulm und Umgebung vorstellen. Das soll allen Interessierten die Möglichkeit geben einen Überblick über einen Großteil der linken Gruppen zu bekommen, um dann selber aktiv werden zu können.

Der Eintritt ist gegen Spende, es sind also auch Menschen ohne ausreichend Geld willkommen.
Am 25.11. um 18 Uhr beginnt im Falkenkeller, Ziegelländeweg 3 (Oberer Donauturm) Ulm das Offene Treffen, das Konzert um 20 Uhr.